ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne dominieren dank Ölpreisrutsch
Europas wichtigste Aktienmärkte
haben sich am Montag überwiegend freundlich präsentiert. Ihnen half
ein deutlicher Rückgang der Ölpreise, den Händler mit verbesserten
Aussichten auf Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA
begründeten.
Der EuroStoxx 50 baute mit den erholten US-Börsen
seinen Gewinn aus und schloss 0,73 Prozent höher bei 6.176,06
Punkten. Damit machte der Leitindex der Eurozone den Rücksetzer vom
Freitag großteils wett und knüpfte an seine vorangegangene Erholung
an.
Für den Londoner FTSE 100 ging es um weitere 0,29
Prozent auf 10.761,33 Punkte hoch. Dagegen zollte der Züricher SMI
mit einem Minus von 0,05 Prozent auf 14.802,52 Punkte
seiner jüngsten Rekordjagd ein wenig Tribut.
Der oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, habe grünes Licht
für Verhandlungen gegeben, die den seit Monaten andauernden Krieg
mit den USA beenden könnten, hieß es in einem Bericht der
staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Zuvor hatte schon ein
Medienbericht über diplomatische Bemühungen von US-Präsident Donald
Trump die Ölpreise sinken lassen. Sorgen vor einer baldigen
Wiederaufnahme amerikanischer Militärangriffe wurden so verringert.
Ganz oben in Europas Anlegergunst standen die Aktien von
Fluggesellschaften und Touristikunternehmen als
Profiteure des Ölpreisrückgangs. So stiegen die Papiere von Air
France-KLM um 4,8 Prozent und jene der
Airline-Holding IAG um 3,8 Prozent.
Ryanair -Titel legten im Kielwasser dieser Entwicklung
um gut 5 Prozent zu, obwohl die Billigfluggesellschaft wegen der
hohen Kerosinkosten einen gesunkenen Quartalsgewinn berichtete. Für
das kommende Jahr rechnet Ryanair mit zwei Milliarden Euro höheren
Treibstoffkosten und plant deshalb ein umfassendes Sparprogramm.
Am unteren Ende des marktbreiten Stoxx Europe 600
lagen hingegen die Ölwerte .
Unter den Einzelwerten standen die Anteilscheine von Alstom
mit einem Kurseinbruch von zeitweise 31 Prozent im
Anlegerfokus. Am Ende notierten sie noch 26 Prozent im Minus. Der
Bahntechnikkonzern strich sein Margenziel für das Geschäftsjahr
2026/27 massiv zusammen. Hauptgrund dafür sind Verzögerungen bei der
Auslieferung elektrischer Doppelstocktriebzüge. Alstom kündigt einen
Umbau des Unternehmens an und will die Verschuldung um rund zwei
Milliarden Euro verringern.
Für die Aktien von Forvia ging es nach der
Bekanntgabe von Geschäftszahlen um 5,4 Prozent aufwärts. Der
Autozulieferer bekommt weiterhin das schwierige Geschäft der
internationalen Automobilhersteller in China zu spüren, wie der
Umsatzrückgang in den ersten neun Monaten des Jahres zeigt. Im
dritten Quartal legte der Erlös hingegen etwas zu. An seinem
Jahresausblick hält Forvia fest./gl/he