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ROUNDUP: FMC dämpft nach Gewinnrückgang die Jahresziele - Aktie legt dennoch zu

Gestiegene Personalkosten, der Umbau des China-Geschäfts und ungünstige regulatorische Effekte haben dem Blutwäschespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) im dritten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt. Zwar fielen die bereinigten Resultate besser aus als von Analysten befürchtet, doch schraubt der neue Konzernchef Shervin Korangy die bisherigen Ergebnisziele seiner Vorgängerin Helen Giza für das Gesamtjahr zurück. Die Aktie geriet nur anfangs unter Druck.

Das im Dax notierte Papier verlor bis zu viereinhalb Prozent, drehte dann aber ins Plus und kostete zuletzt mt 40,84 Euro gut 0,8 Prozent mehr als am Vortag. Laut Goldman Sachs impliziert die neue Prognose einen deutlichen Ergebnisrückgang im Schlussquartal.

Korangy erwartet nun, dass das bereinigte operative Ergebnis 2026 währungsbereinigt stabil bleibt oder im mittleren einstelligen Prozentbereich sinkt. Dabei steuert das Management die untere Hälfte der Spanne an, wie FMC am Dienstag mitteilte. Zuvor hatte der Konzern einen Rückgang im mittleren einstelligen Bereich zwar nicht ausgeschlossen, die Prognose hatte aber auch einen ebenso großen Zuwachs umfasst. Korangy begründete die Anpassung mit erwarteten Belastungen im vierten Quartal und der schwachen Ergebnisentwicklung in den ersten neun Monaten.

Im dritten Quartal bis Ende September sank das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 545 Millionen Euro, zu konstanten Wechselkursen um 6 Prozent. Ausschlaggebend war ein Verlust im Produktgeschäft. Dort fielen Kosten von 108 Millionen Euro im Zusammenhang mit einer Neuausrichtung in China an. FMC beendet dort unter anderem die lokale Produktion und den Vertrieb bestimmter älterer Dialysesysteme.

Im eigentlichen Dialysegeschäft verbesserte sich das Quartalsergebnis hingegen. Gestiegene Personalkosten und negative Effekte durch das Auslaufen günstiger US-Vergütungsregeln für neue Dialysemedikamente (TDAPA) konnte FMC durch Einsparungen und höhere Vergütungen mehr als ausgleichen. In den USA blieb die Entwicklung bei den Dialysebehandlungen jedoch mau. Das von Analysten stark beachtete organische Behandlungswachstum lag bei minus 1,1 Prozent.

Konzernweit brach der Überschuss vor allem wegen der China-Kosten um mehr als 40 Prozent auf 160 Millionen Euro ein. Der Umsatz stieg dank positiver Währungseffekte zugleich um 1 Prozent auf 4,94 Milliarden Euro. Das Umsatzziel für das Jahr bestätigte Konzernchef Korangy, so soll der Erlös währungsbereinigt etwa auf dem Vorjahresniveau bleiben.

Der Manager steht nun vor der Aufgabe, FMC wieder in die Spur zu bringen. Er hatte im Oktober überraschend die bisherige Konzernchefin Giza abgelöst. Berichten zufolge hatte sie den Aufsichtsrat mit ihrer Strategie nicht nachhaltig überzeugen können. Korangy war zuvor Chef des Medizintechnikunternehmens BVI Medical und saß bis zu seiner Ernennung im Aufsichtsrat des Blutwäscheanbieters.

"Drei Wochen nach meinem Amtsantritt als Vorstandsvorsitzender sehe ich mit großer Zuversicht auf die vor uns liegenden Chancen", sagte Korangy. Viele Geschäftsbereiche befänden sich noch in einer frühen Entwicklungsphase und böten Möglichkeiten für grundlegende Verbesserungen. Eine "solide Grundlage" dafür habe das Umbauprogramm seiner Vorgängerin geschaffen. Dieses soll bis 2027 durch Klinikschließungen, Teilverkäufe und umfangreiche Stellenstreichungen Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro bringen.

Künftig will Korangy laut eigener Aussage vor allem Innovationen beschleunigen, den Zugang zur Nierenversorgung ausbauen und die Behandlungsergebnisse verbessern. Mit Blick auf die aktuelle Geschäftsentwicklung zeigte er sich zunächst zurückhaltend. Ziel sei es, die operative Entwicklung schrittweise und nachhaltig zu verbessern und so langfristig profitabel zu wachsen.

Giza hatte vor allem mit der flächendeckenden Einführung eines modernen Gerätes für die sogenannte hochvolumige Hämodiafiltrationstherapie (HvHDF) in den USA das Ruder herumreißen wollen. Die Methode soll die Nierenwäsche schneller und besser machen und damit die Überlebenszeit von Nierenpatienten verlängern. Das System ist FMC zufolge inzwischen in fast 350 US-Kliniken im Einsatz, 1,3 Millionen Behandlungen wurden damit durchgeführt. Auch die bisherigen Erfahrungen seien vielversprechend. Ende September hatte FMC die Einführung des HvHDF-Systems auch für China angekündigt./tav/lew/mis

 ISIN  DE0005785802

AXC0145 2026-11-03/10:31

Relevante Links: Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA

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