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Firmen stehen bei Investitionen auf der Bremse - DIHK: 'dramatisch'

Trotz einer konjunkturellen Aufhellung halten sich Unternehmen in Deutschland mit Investitionen zurück. Nicht einmal jedes vierte Unternehmen will seine Investitionen steigern, fast ein Drittel reduziert sie, wie eine Konjunkturumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) ergab. Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov sprach von dramatischen Zahlen.

Der Anteil der Industriebetriebe, die in eine Kapazitätserweiterung investieren wolle, habe sich seit 2018 halbiert. Wenn Betriebe investierten, fließen die Budgets laut DIHK-Umfrage vor allem in den Ersatz von Maschinen und Anlagen statt in Produktinnovationen oder zusätzliche Kapazitäten. Die Bundesregierung hatte vor zwei Wochen einen großen Investitionsgipfel veranstaltet, um mehr private Investoren nach Deutschland zu locken.

Stimmung bleibt verhalten

Zwar gebe es ausgelöst von staatlichen Milliardeninvestitionen eine leichte Erholung der Konjunktur, sagte Melnikov. Die DIHK sprach von einem Sondereffekt und erhöhte ihre Wachstumsprognose für 2026 von 0,3 Prozent auf ein Prozent. Sie ist damit pessimistischer als die Bundesregierung, die mit einem Plus von 1,3 Prozent rechnet. Nach der DIHK-Umfrage rechnen nur 15 Prozent der Betriebe in den kommenden zwölf Monaten mit besseren Geschäften

Strukturelle Probleme seien nach wie vor ungelöst, sagte Melnikov. Viele Firmen hätten kein Vertrauen in die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Sie nannte hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie Arbeitskosten. Die versprochene Senkung der Stromsteuer für alle Firmen sei immer noch nicht umgesetzt. Falls die Senkung nun wieder nicht komme, würde die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung weiter leiden.

Jede vierte Firma baut Stellen ab

Die mangelnde Investitionsbereitschaft hat Auswirkungen auch auf die Beschäftigung. Laut Umfrage will nur rund jedes zehnte Unternehmen neue Jobs schaffen - jedes vierte muss Stellen abbauen. "Solange private Unternehmen nicht wieder mehr investieren, entstehen weder mehr Wachstum noch neue Arbeitsplätze", so Melnikov. Eine Trendwende bei den Beschäftigungsabsichten sei nicht erkennbar./hoe/DP/mis

AXC0193 2026-11-05/10:29

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