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ROUNDUP: Hellofresh wird bei schwacher Nachfrage profitabler - Aktie erholt

Der Kochboxenversender Hellofresh hat auch im dritten Quartal schlechtere Geschäfte gemacht. Sowohl bei Kochboxen als auch bei Fertiggerichten blieb die Nachfrage schwach. Weil Hellofresh seine Marketingkosten weiter reduziert, fiel der operative Gewinn aber höher aus als gedacht. Die jüngst erneut gesenkte Jahresprognose bestätigte das im SDax notierte Unternehmen am Donnerstag. Die Hellofresh-Aktie schnellte an die Spitze im Kleinwerte-Index.

Sie stieg am Vormittag um bis zu 15 Prozent auf 3,44 Euro und erreichte den höchsten Stand seit Mitte August. Dabei sprang die Aktie auch über die 100-Tage-Durchschnittslinie als technischer Indikator für den mittel- bis langfristigen Trend. Seit Jahresbeginn hat sie ihren Wert aber immer noch fast halbiert. Von einer Bewertung knapp unter 100 Euro zu Zeiten der Corona-Pandemie ist Hellofresh meilenweit entfernt. Ende September stürzte die Aktie infolge der abermals gekappten Jahresziele auf ein Rekordtief bei rund 2,16 Euro.

Der Börsenwert des Unternehmens liegt nach dem drastischen Kursverfall in den vergangenen Jahren nur noch bei etwas mehr als einer halben Milliarde Euro. Beim Börsengang im November 2017 wurde das Unternehmen mit rund 1,7 Milliarden bewertet. Danach ging es vor allem in der Corona-Pandemie rasant nach oben. Im Herbst 2021 hatte die Marktkapitalisierung in der Spitze bei mehr als 16 Milliarden gelegen. Damals war die Aktie auch im Dax gelistet.

Im dritten Quartal ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp zehn Prozent auf 1,43 Milliarden Euro zurück, Der Umsatz mit Kochboxen sackte um fast zwölf Prozent auf rund 949 Millionen Euro ab, die Erlöse mit Fertiggerichten fielen um gut neun Prozent auf circa 422 Millionen Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg dagegen um mehr als ein Drittel auf 54,4 Millionen Euro und fiel damit auch besser aus als von Analysten erwartet. Felix Dennl vom Bankhaus Metzler sprach von einer positiven Überraschung.

Bereits Ende September hatte Hellofresh vor allem wegen der enttäuschenden Neukundengewinnung einen prozentual zweistelligen Rückgang beim Umsatz im dritten Quartal angekündigt. Der operative Gewinn profitiere derweil von geringeren Marketingausgaben. Im dritten Quartal sanken die Kosten fürs Marketing absolut um fast ein Viertel. Ein Händler betonte, dass die endgültigen Quartalszahlen am oberen Ende der vorläufig ausgegebenen Spannen lägen.

Die damals gesenkte Prognose bestätigte Hellofresh nun. So soll der Umsatz im laufenden Jahr weiterhin währungsbereinigt zwischen 9 und 11 Prozent zurückgehen. Der operative Gewinn (ber. Ebitda) dürfte bei ausgeklammerten Währungseffekten laut Hellofresh bei 350 bis 370 Millionen Euro landen. Auf dieser Basis erzielte Hellofresh im dritten Quartal einen um Währungsumrechnungen bereinigten operativen Gewinn von 50,9 Millionen Euro./niw/zb/jha/

 ISIN  DE000A161408

AXC0204 2026-11-05/11:05

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