Lohrke: US-Power und Frankfurter Hasenfüsse
also ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich kann das Gejammere hierzulande was die USA betrifft, nicht mehr hören. Wir in Deutschland würden auf den Tischen tanzen, hätten wir ein solches Wachstum wie die da drüben zu verzeichnen. Und auch, wenn ich mir die Quartalszahlen anschaue, bin ich angenehm überrascht. Für alle, die das nicht glauben mögen, hier ein kleine Auswahl davon. Denn am Ende zählen Daten und Fakten - jedenfalls bei mir - und nicht irgendwelche an den Haaren herbeigezogenes, künstlich hochstilisiertes und tausendfach nachgebetetes Pessimistengerede.
So hat Apple seinen Gewinn aufgrund der bereits 3,3 Mio. verkauften iPads und auch der iPhones um +78 % auf 3,25 Mrd. Dollar gestiegen. Kaum erwähnenswerte für die Trübsalblaser hierzulande ist wohl die 61 %-ige (!!!) Umsatzsteigerung auf 15,7 Mrd. Dollar. Wer da noch sagt, dass die Konsumenten in den USA angeblich nicht kaufen wollen oder können, ist damit widerlegt. Sie tun es, wenn sie denn vernünftige - was sage ich denn - geile oder wie es derzeit Jugendliche ausdrücken würden "kranke" Produkte vorgelegt bekommen. Und, dass iPhone und iPad "geil" bzw. "krank" sind, daran besteht kein Zweifel. Ich bin mal gespannt, wann es wieder einen deutschen Produzenten gibt, der so "kranke" im Trend liegende Produkte auf den Markt bringt.
Nun wird mir der Pessi entgegenhalten, dass Apple nun möglicherweise eine Ausnahme sei. Ist es aber nicht.
Harley Davidson z.B. röhrt wieder, was das Zeug hält. Auch, wenn der Motoradmarkt weiter "challenging", also nicht ganz einfach ist, und deshalb auch die Umsätze um -8,4 % gefallen sind, so konnte das Traditionsunternehmen im zweiten Quartal nach 19,8 Mio. Dollar im Vorjahr seinen Gewinn in diesem Jahr auf 71,2 Mio. Dollar steigern. Grund ist die Finanzsparte, die ihren Turnaround hinter sich hat. Der Verlust von -90,5 Mio. Dollar im Vorjahr wurde in einen Gewinn von 60,8 Mio. Dollar umgewandelt.
Und auch bei den Fluglinien geht es bergauf oder passender himmelwärts. Die United Airlines, die schon bald mit der Continental Airlines verschmolzen wird, hat sich eine +28 %-ige Umsatzsteigerung erflogen. Der Gewinn rauschte von 28 Mio. Dollar im Vorjahresquartal auf jetzt 273 Mio. Dollar.
Dass Goldman Sachs einen Gewinneinbruch von -82 % hinnehmen muss, geschieht ihnen ganz recht. Ich hoffe nur, dass die staatlichen Stellen und anständige Unternehmen hierzulande künftig von Geschäften mit dieser Bank Abstand nehmen. Oder will man etwa Geschäftspraktiken, wie die von denen ich gestern berichtigte, weiter fördern? Und so wird das nicht der letzte Gewinneinbruch gewesen sein.
Aber gehen wir weg von hausgemachten Misserfolgen, hin zu den positiven Erscheinungen. So hat Biogen Idec Inc. angesichts um +11 % auf 1,21 Mrd. Dollar gestiegener Umsätze den Gewinn auf 293,4 Mio. Dollar mehr als verdoppelt.
Und wo wir schon einmal bei der Verdoppelung der Gewinne sind, bleiben wir gleich dabei und nennen "Chicago based" Whirlpool Corp., die nicht nur ihre Gewinne auf 205 Mio. Dollar mehr als verdoppelt hat, sondern auch die Bruttomarge von 13,3 % auf 16,8 % steigerte und ihren Forecast angehoben hat.
Und so könnte ich weiter und weiter machen. Und was tun unserer institutionellen Jungs und Mädels in Frankfurt und München? Die jammern weil die Neubeginne von Wohnungen in den USA um -5 % zurückgegangen sind und Goldman so ein schlechtes Ergebnis eingefahren hat. So dass gestern nicht nur die ganze Frankfurter Börsenlandschaft in Sack und Asche ging und vor lauter Hasenfüssigkeit den Dax unter die 6.000-er Marke purzeln ließen.
Soll ich Euch Pseudoprofis einmal etwas sagen? Ihr tut mir leid!