ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow steigt etwas weiter - Nasdaq 100 gibt nach
Nach dem feiertagsbedingt längeren Wochenende
hat der Dow Jones Industrial am Montag nur mit Mühe
etwas weiter zugelegt. Gestützt wurde der Leitindex von den
Ölpreisen, die im Zuge positiver Signale von den Verhandlungen
zwischen den USA und dem Iran für ein Abkommen zur Beilegung des
Kriegs erneut sanken. Technologiewerte verzeichneten hingegen teils
deutliche Verluste. Auf die Stimmung drückte eine nachlassende
Begeisterung der Anleger für das Thema Künstliche Intelligenz.
Der Dow stieg am Ende um 0,29 Prozent auf 51.712,71 Punkte. Der
marktbreite S&P 500 fiel hingegen um 0,37 Prozent auf
7.472,79 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100
ging es um 0,19 Prozent auf 30.347,08 Punkte nach
unten.
Aus Branchensicht war gleichwohl der konjunktursensible
Halbleitersektor weiter gefragt. So erreichten die Aktien von Intel
erneut einen Höchststand. Am Ende zogen sie um gut 5
Prozent an und bauten damit das Plus alleine in diesem Jahr auf 282
Prozent aus. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Kurs in
etwa versiebenfacht.
Für den Branchenkollegen Micron ging es um fast 7
Prozent nach oben. Das Unternehmen, dessen Börsenwert nach einer
Rally von knapp 900 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten auf
fast 1,4 Billionen Dollar geklettert ist, legt am Mittwoch nach
Börsenschluss die Zahlen für das abgelaufene Quartal vor. In Asien
war der Chipsektor zu Wochenbeginn ebenfalls gefragt.
Derweil setzte sich der Sinkflug der Aktien von Börsenneuling SpaceX
fort. Mit einem Minus von mehr als 16 Prozent
verzeichneten sie ihren dritten Verlusttag in Folge. Die ersten drei
Handelstage davor hatten sie noch fulminant zugelegt, was dem
Raumfahrt- und KI-Konzern von Tesla-Chef Elon Musk
mit einer Marktkapitalisierung von fast drei Billionen Euro
zeitweise den Status des viertwertvollsten Unternehmens der Welt
beschert hatte.
Börsianer begründeten die nachlassende Euphorie über den Börsengang
von SpaceX nicht nur mit der hohen Bewertung der Aktien, sondern
auch mit dem sehr hohen Kapitalbedarf des Unternehmens. Erst am
Montag hatte SpaceX Anleihen begeben, um die Ambitionen im Bereich
der Künstlichen Intelligenz stemmen zu können.
Auch andere große Tech-Unternehmen, die viel Geld in KI stecken -
die sogenannten Hyperscaler - wurden abgestraft. So fielen die
Papiere von Amazon am Dow-Ende um 4,8 Prozent.
Microsoft büßten 3,2 Prozent ein.
Für die Anteilsscheine der Google-Mutter Alphabet
ging es um fünf Prozent nach unten. Die Titel litten zudem unter
einer Personalie: John Jumper, Vizepräsident von Google DeepMind,
wechselt zum Wettbewerber Anthropic. Jumper hatte 2024 für seine
Arbeit im KI-Bereich den Nobelpreis für Chemie 2024 erhalten.
"Das Problem, das am meisten ins Auge fällt, ist die Tatsache, dass
die Hyperscaler trotz ihrer kolossalen Ausgaben für KI weiterhin
eine extrem niedrige Kapitalrendite erzielen", sagte Matt Maley von
der Investmentfirma Miller Tabak. Eine weitere große Sorge betreffe
das Phänomen der "kreisförmigen Investitionen", bei denen Konzerne
ineinander investieren und sich gleichzeitig verpflichten, die
Produkte des jeweils anderen zu kaufen.
Für deutlichere Kursausschläge sorgten zu Wochenbeginn Übernahmen.
Die Anteilseigner von Apogee Therapeutics etwa
konnten sich über einen Kurssprung von rund 47 Prozent auf fast 133
US-Dollar freuen. Das Biotech-Unternehmen soll vom deutlich größeren
Konkurrenten Abbvie für 135,11 Dollar je Aktie oder
insgesamt fast 11 Milliarden Dollar geschluckt werden, der damit
sein Portfolio mit entzündungshemmenden Medikamenten stärkt. Die
Abbvie-Titel gewannen gut 6 Prozent./la/stw