Aktien New York: Unter Druck geratene Nasdaq-Börse stabilisiert sich
Nach der jüngsten Talfahrt hat sich die
technologielastige US-Börse Nasdaq am Montag stabilisiert. Der
Nasdaq-Auswahlindex 100 erholte sich rund zwei
Stunden vor dem Börsenschluss mit plus 1,4 Prozent auf 29.581 Zähler
etwas von seinen kräftigen Verlusten. Der breite Nasdaq Composite
legte um 1,2 Prozent zu. Am Freitag war der Nasdaq
100 auf sein Niveau von Mitte September zurückgefallen und hatte,
gemessen an seinem vor knapp zwei Wochen bei 31.361 Punkten
erreichten Rekordhoch, rund 7 Prozent eingebüßt.
Der Dow Jones Industrial , der in letzter Zeit leicht
gestiegen war, kam zum Wochenstart hingegen nicht vom Fleck. Mit
51.990 Punkten zeigte sich der bekannteste Wall-Street-Index
prozentual unverändert zum Freitagsschluss. Der marktbreite S&P 500
gewann 0,5 Prozent auf 7.698 Zähler.
"Anleger greifen nach dem Ausverkauf wieder zu", kommentierte
Marktanalyst Maximilian Wienke vom Broker Etoro die Gewinne der
Techbranche. "Die Erholung bleibt jedoch anfällig", da Anleger
hinterfragten, ob die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur
ausreichend Rendite brächten.
Die Hoffnung liegt nun auf Schwergewichten wie Tesla ,
Meta und dem erst seit vier Monaten an der Börse
gehandelten Weltraum- und KI-Konzern SpaceX .
Überzeugten diese mit starken Margen und Ausblicken, könnten die
Zweifel an der Rentabilität der KI-Investitionen abnehmen, glaubt
Etoro-Analyst Wienke. "Enttäuschungen könnten dagegen die Sorgen
über die Finanzierung der KI-Infrastruktur verstärken und den Druck
auf den gesamten Technologiesektor erhöhen."
Besonders deutlich zeigten sich zum Wochenstart die zuletzt von
Gewinnmitnahmen besonders gebeutelten Halbleiteraktien erholt:
Sandisk gewannen 5,9 Prozent, Marvell
und Western Digital jeweils um die 5 Prozent. AMD
sowie Micron und Intel
legten um 2 bis 3 Prozent zu. Zu Intel schrieb JPMorgan-Analyst
Harlan Sur in seiner Hochstufung vom Sonntag auf "Neutral": Der
Turnaround werde insgesamt zwar Jahre dauern, das Management habe
ihn aber bisher solide eingeleitet. Das Thema KI sorge dabei weiter
für Rückenwind.
Amazon sprangen um knapp 5 Prozent hoch und waren
damit Spitzenwert im Dow. Die Analysten von Morgan Stanley erklärten
die Aktie zum "Top Pick" und sehen noch rund 40 Prozent
Aufwärtspotenzial.
Der Erholungsversuch von CoreWeave war nur von kurzer
Dauer. Die frisch ausgesprochene Kaufempfehlung der
US-Investmentbank Goldman Sachs half nicht. Nach anfänglichen
Kursgewinnen zeigte sich die Aktie zuletzt mit minus 1,8 Prozent
schwach, hielt sich aber immer noch über ihrem am vergangenen
Donnerstag erreichten Tief aus dem Monat Mai 2025. Der Anteilschein
des Anbieters von KI-Cloud-Computing-Diensten war zuletzt wegen
Sorgen über einen möglichen Finanzbedarf unter Druck geraten.
Um knapp 126 Prozent sprang der US-Aktienhinterlegungsschein (ADS)
von Silence Therapeutics auf 19,60 Dollar hoch. Der
Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA
übernimmt den britischen Spezialpharmahersteller für 20 Dollar je
ADS. Damit wird Silence Therapeutics insgesamt mit 1,1 Milliarden
Dollar (980 Mio Euro) bewertet.
Beim Stahlkonzern Cleveland-Cliffs sorgte ein
überraschend gutes bereinigtes operatives Quartalsergebnis (Ebitda)
für einen Kurssprung von 15 Prozent./ck/he