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ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Tech-Flucht - Angst vor KI-Regulierung

Die Furcht vor einer stärkeren Regulierung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) hat am Donnerstag am US-Aktienmarkt zu einem Ausverkauf bei Technologiewerten geführt. Zwei Tage nach den wegweisenden Wahlerfolgen der Demokraten bei den Zwischenwahlen brachen insbesondere die Papiere aus dem Umfeld der Chipbranche ein, die bis in die jüngste Vergangenheit als größte Profiteure des Hypes um KI gegolten hatten. Aber auch Standardwerte standen stark unter Druck. Anleger flohen aus Aktien und schichteten Gelder in den als sicher empfundenen Hafen der Staatsanleihen um.

Der Nasdaq 100 sackte um 6,36 Prozent auf 26.629,81 Punkte ab und fiel auf das Niveau von April zurück. Damit verschwanden 2,3 Billionen Dollar an Marktwert; allerdings war der Tech-Index auch seit Anfang 2023 rasant gestiegen und hatte damit sehr stark von der Hoffnung auf gute Geschäfte mit Künstlicher Intelligenz profitiert. Erst im Oktober hatte das Börsenbarometer ein Rekordhoch erreicht. Seit Jahresanfang hat er noch um 5,5 Prozent zugelegt.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Donnerstag um 4,36 Prozent auf 7.353,73 Zähler nach unten. Es ist der größte Tagesverlust seit April 2025. Der Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 3,44 Prozent auf 51.523,06 Punkte. Hier liegt das Plus seit Jahresanfang noch bei 7,2 Prozent.

Bei den Zwischenwahlen am Dienstag hatten die Demokraten die Kontrolle über den Senat und das Repräsentantenhaus übernommen. Damit hatten viele Wähler nicht nur ihren Unmut über die hohen Lebenshaltungskosten oder die Politik von Präsident Donald Trump, sondern auch ihre Ablehnung gegenüber Rechenzentren zum Ausdruck gebracht. Diese sind für die extrem datenintensiven Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz essenziell.

Kritiker der KI-Rechenzentren verweisen unter anderem auf deren hohen Strombedarf, der auch die Energiepreise für die Bevölkerung in die Höhe treiben könnte. Hinzukommen Sorgen wegen Lärm, Luftverschmutzung und Wassermangel sowie die Befürchtung, dass durch die Rechenzentren nur wenige dauerhafte Jobs entstehen. Die Demokraten gelten den Chancen von Künstlicher Intelligenz gegenüber als skeptischer als die Republikaner, die sich eher für Deregulierung starkmachen. In Texas hat die designierte Gouverneurin Gina Hinojosa von den Demokraten bereits ein sofortiges Moratorium für den Bau von Rechenzentren gefordert.

Rechenzentren sind ein wesentlicher Bestandteil der KI-Infrastruktur und bestehen aus zahlreichen standardisierten Metallgestellen mit Halbleitern. Sollten die Investitionen in Rechenzentren zurückgehen, hätte dies in den kommenden Jahren massive Auswirkungen auf die Chiphersteller. Vor diesem Hintergrund sackten die Aktien von Nvidia als Schlusslicht im Dow um 9,3 Prozent ab. Noch viel heftiger erwischte es mit Seagate , Western Digital und Sandisk große Werte aus dem Speicherbereich, die um bis zu 22 Prozent einbrachen. Ihre Produkte sind für Rechenzentren unverzichtbar.

Die Anteilscheine von Micron büßten 17,5 Prozent ein. Der Halbleiterkonzern habe seine Pläne für ein Speicherchip-Werk in Taiwan wegen eines drohenden langwierigen Tarifkonflikts vorerst auf Eis gelegt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Dies wirft Fragen hinsichtlich der Zukunft eines wichtigen Produktionsstandorts für entscheidende KI-Komponenten auf.

Die Furcht vor einer insgesamt schärferen Regulierung verschreckte derweil auch am Donnerstag die Anleger von Aktien aus dem Firmenimperium des Tech-Milliardärs Elon Musk. So fielen die Papiere des Elektroautobauers Tesla um fast elf Prozent und die des Weltraum- und KI-Unternehmens SpaceX um neun Prozent./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

 ISIN  US2605661048  US6311011026  US78378X1072

AXC0425 2026-11-05/22:39

Relevante Links: Tesla Inc., Space Exploration Technologies Corp., SanDisk Corp., Seagate Technology, Micron Technology Inc., Western Digital Corp., NVIDIA Corporation

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